Vier Personen sitzen an einem Tisch in gemütlicher Atmosphäre und unterhalten sich.

Warum eine Kanzlei People & Culture braucht 

Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung sind ein People Business. Unser wichtigstes Kapital steht in keiner Bilanz: Es sind die Menschen, die jeden Tag ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Persönlichkeit einbringen. Genau deshalb bin ich überzeugt, dass People & Culture auch - und vielleicht gerade - in einer Kanzlei eine wichtige Funktion ist. 

 

Als People & Culture Lead beschäftige ich mich mit einer Frage, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so viel mit Steuern, Jahresabschlüssen oder Wirtschaftsprüfung zu tun hat: Was brauchen wir als Organisation, damit Menschen gerne bei uns arbeiten, sich entwickeln können und wir gemeinsam erfolgreich sind?

Bei rund 180 Mitarbeitenden lässt sich diese Frage nicht mehr nebenbei beantworten. Und sie betrifft längst nicht nur uns als Arbeitgeber. Denn wie wir intern zusammenarbeiten, kommunizieren und Verantwortung übernehmen, wirkt sich auch auf die Qualität unserer Arbeit für unsere Mandantinnen und Mandanten aus. 

Gute Zusammenarbeit wirkt nach außen

Unsere Mandantinnen und Mandanten erleben nicht unsere internen Prozesse oder unsere Organisationsstruktur, sie erleben deren Ergebnis.

Sie erleben, wie verbindlich wir kommunizieren, wie gut Informationen innerhalb eines Teams weitergegeben werden, ob Verantwortlichkeiten klar sind und wie lösungsorientiert wir auf ihre Anliegen reagieren.

Deshalb hat gute People & Culture Arbeit für mich sehr viel mit der Qualität unserer Dienstleistung zu tun. Wenn Zusammenarbeit intern funktioniert, profitieren davon nicht nur unsere Mitarbeitenden, sondern auch unsere Mandantinnen und Mandanten.

Eine gute Unternehmenskultur ist damit für mich weit mehr als ein Faktor für Mitarbeiterzufriedenheit oder Arbeitgeberattraktivität, sie ist auch ein Qualitätsfaktor. 

Wachstum braucht bewusste Gestaltung

Mit zunehmender Unternehmensgröße wird es wichtiger, Zusammenarbeit nicht dem Zufall zu überlassen.

Wie gewinnen wir die richtigen Menschen für uns? Wie gestalten wir einen guten Einstieg? Wie entwickeln wir Talente und Führungskräfte weiter? Wie schaffen wir Orientierung und gleichzeitig genügend Freiraum? Und wie sorgen wir dafür, dass unsere Werte nicht nur auf unserer Website stehen, sondern tatsächlich im Arbeitsalltag erlebbar sind?

Für mich bedeutet People & Culture deshalb weit mehr als klassische Personalarbeit. Natürlich gehören gute Prozesse dazu, aber Prozesse sind kein Selbstzweck. Sie sollen Klarheit schaffen, Zusammenarbeit erleichtern und Menschen dabei unterstützen, ihre Arbeit gut zu machen. 

Wenn aus vielen kleinen Schritten Veränderung wird

Was mich an meiner Rolle besonders reizt, sind nicht unbedingt die schnellen Erfolge.

Es sind die Momente, die manchmal erst Monate später kommen.

Wenn ich plötzlich merke: Da hat sich etwas verändert. Ein Team arbeitet anders zusammen. Führung wird bewusster wahrgenommen. Kommunikation ist verbindlicher geworden. Ein Thema, das vor einigen Monaten noch schwierig war, wird heute ganz selbstverständlich anders gelöst.

Dann fügen sich viele kleine und große Veränderungen, Gespräche, Entscheidungen und manchmal auch Richtungswechsel plötzlich zu einem Gesamtbild zusammen. Der Plan ist aufgegangen.

Genau diese Momente machen meine Arbeit für mich besonders. Nachhaltige Veränderung funktioniert selten über Nacht. Sie entsteht durch viele einzelne Schritte und durch die Bereitschaft, sich selbst immer wieder kritisch zu hinterfragen.

Und wenn wir dadurch nicht nur intern besser zusammenarbeiten, sondern auch in der Zusammenarbeit mit unseren Mandantinnen und Mandanten besser werden, ist für mich besonders viel erreicht.

Zwei Mitarbeiterinnen sitzen im Gespräch am Schreibtisch.

People & Culture ist kein Feelgood Management

Ein Punkt ist mir dabei besonders wichtig: People & Culture bedeutet nicht, dafür zu sorgen, dass sich immer alles gut anfühlt.

Es geht nicht darum, regelmäßig ein neues Goodie obendrauf zu legen oder jede Erwartung zu erfüllen. Benefits und gemeinsame Veranstaltungen können ihren Platz haben, aber eine gute Unternehmenskultur entsteht nicht durch den nächsten Benefit oder das nächste Teamevent.

Sie entsteht vor allem im täglichen Miteinander.

Dazu gehören auch Themen, die manchmal unbequem sind: Verantwortung übernehmen, Feedback geben und annehmen, Erwartungen klar formulieren, Konflikte ansprechen, bestehende Strukturen hinterfragen und sich selbst die Frage stellen, welchen Beitrag man zur Zusammenarbeit leistet.

Denn People & Culture ist keine Einbahnstraße. 

Kultur ist Gemeinschaftsarbeit

Eine People & Culture Funktion kann Rahmenbedingungen schaffen, Impulse geben, zuhören, moderieren und Veränderungen anstoßen. Sie kann aber keine Kultur für 180 Menschen „machen“.

Wir alle sitzen im gleichen Boot. Partnerinnen und Partner, Führungskräfte, Mitarbeitende und People & Culture. Wie wir miteinander arbeiten wollen, welches Werteverständnis wir haben und welche Kultur daraus entsteht, ist eine gemeinsame Aufgabe.

Ein gutes Arbeitsumfeld ist deshalb für mich keine Leistung, die ein Arbeitgeber bereitstellt und die Mitarbeitende konsumieren. Beide Seiten tragen Verantwortung.

Genau darin liegt für mich ein wichtiger Teil guter Kulturarbeit: immer wieder gemeinsam zu hinterfragen, was funktioniert, was nicht mehr zu uns passt und wo wir uns weiterentwickeln müssen. 

Fachliche Exzellenz braucht das richtige Umfeld

Unsere Branche lebt von hoher fachlicher Qualität. Gleichzeitig verändert sie sich. Digitalisierung und Automatisierung verändern Tätigkeiten und Prozesse, Erwartungen an Führung und Zusammenarbeit entwickeln sich weiter und gute Fachkräfte können ihren Arbeitgeber heute sehr bewusst auswählen.

Fachliche Exzellenz bleibt die Grundlage unserer Arbeit, aber sie braucht ein Umfeld, in dem sie ihre volle Wirkung entfalten kann.

Wir brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen, Führungskräfte, die Orientierung geben, Teams, die Wissen teilen, und eine Organisation, die bereit ist, sich weiterzuentwickeln.

Das stärkt uns als Arbeitgeber und als Unternehmen. Und es schafft die Voraussetzungen dafür, unseren Mandantinnen und Mandanten dauerhaft die Qualität und Verlässlichkeit zu bieten, die sie von uns erwarten.

Genau deshalb People & Culture

Bei aller Digitalisierung und Automatisierung bleibt unsere Arbeit eine Arbeit von Menschen für Menschen.

Menschen beraten Mandantinnen und Mandanten. Menschen lösen komplexe Probleme. Menschen geben ihr Wissen weiter, führen Teams und treffen Entscheidungen. Und Menschen prägen jeden Tag die Erfahrung, die andere mit unserer Kanzlei machen.

Deshalb halte ich es bei einer Kanzlei unserer Größe für wichtig, diesen Themen einen festen Platz und eine klare Verantwortung zu geben.

Für mich bedeutet People & Culture nicht, Kultur zu verordnen oder möglichst viele Wohlfühlangebote zu schaffen. Es bedeutet, genau hinzusehen, Fragen zu stellen, manchmal unbequem zu sein, Veränderungen anzustoßen und ihnen auch die Zeit zu geben, die sie brauchen.

Damit wir uns gemeinsam weiterentwickeln - als Arbeitgeber, als Team und als verlässlicher Partner für unsere Mandantinnen und Mandanten.